Markt Update KW33/22

In diesem Markt Update geht es um folgende Themen:

  • Das deutsche Krypto-FinTech-StartUp Nuri meldet Insolvenz.

  • Die Krypto Börse Coinbase meldet Milliardenverlust.

  • Der größte Vermögensverwalter BlackRock steigt in Bitcoin ein.

  • Ethereum kurz vor Wechsel zum Proof of Stake.

Krypto-Fintech-Startup Nuri meldet Insolvenz

Der Krypto-Bärenmarkt zieht weitere Opfer mit sich, diesmal hat es eine Krypto-Börse aus Berlin erwischt. Nuri startete 2015 als FinTech-StartUp mit dem Ziel, ihren Kunden den leichten und einfachen Handel mit Bitcoin und Kryptowährungen zu ermöglichen. Allerdings konnte Nuri nicht mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage umgehen und hat letzendlich die Insolvenz angemeldet. Für viele Kunden war dies ein Schock, die jetzt versuchen, an ihre Kryptowährungen ranzukommen. Laut aussage von Nuri sind allerdings die Vermögen der Kunden nicht von der Insolvenz betroffen und alle Kunden bekommen ihre Kryptowährungen ausbezahlt:

„Alle Einlagen und Investitionen auf deinem Nuri-Konto sind durch die Partnerschaft mit der Solarisbank AG sicher. Deine Euro-Einlagen auf dem Bankkonto, alle Bitcoin- und Ether-Einlagen in Wallets & Vaults sowie die Nuri Pot-Investitionen sind von dieser Situation nicht betroffen. Du hast weiterhin garantierten Zugriff auf Dein Geld und kannst es jederzeit ein- und auszahlen. Bis auf Weiteres wird sich daran nichts ändern und die App, das Produkt und die Dienstleistungen von Nuri können wie gewohnt genutzt werden.“ -Nuri

Allerdings gilt dies nicht für die Kunden, die ihre Kryptowährungen zum Landing abgaben. Nuri kooperierte mit der Firma Celsius, die vorkurzem ebenfalls Insolvenz gingen. Diese Kryptowährungen wurden gesperrt und werden wohl seitens Celsius auch nicht mehr frei gegeben.


Fazit:
Im Krypto-Markt gibt es viele innovative und vielversprechende StartUps, die oft hohe Renditen versprechen. Seien Sie hier skeptisch, vorsichtig und hören Sie auf Ihren gesunden Menschenverstand. Nach dem Sprichwort: "Nicht alles was glänzt ist Gold." Vertrauen Sie als konservativer Anleger oder Anlegerin lieber Börsen und Banken mit langer Erfahrung und soliden Geschäftsmodell. Wie z.B. der Börse Stuttgart und deren zwei Plattformen: BSDEX.de oder der Bison-App.

Coinbase meldet Milliardenverlust

Coinbase ist eine der größten Krypto-Handelsbörsen der Welt mit einem Umsatz (2021) von 7,9 Milliarden USD, einer Mitarbeiterzahl von ca. 4900 und hat seinen Hauptsitz in San Francisco, USA. Im zweiten Quartal 2022 musste das im Nasdaq geführte Unternehmen einen Umsatzrückgang von 63% und einem Verlust von 1,1 Milliarden USD gegenüber dem Vorjahr hinnehmen.

Dies ist vor allem auf zwei Gründen zurückzuführen. Coinbase profitiert vom Handel der Kunden auf der eigenen Handelsplatform. Da die Kundenzahl aktuell Stagniert (Q2/21: 8,8 Millionen, Q1/22: 9,2 Mio., Q2/22: 9,0 Mio.) und die Handels-Volatilität durch den Bärenmarkt stark abgenommen hat, konnte das Unternehmen den Umsatzrückgang nicht stoppen. Außerdem betrieb Coinbase in den letzten Jahren eine expansive Wachstumsstrategie, die durch den Bullenmarkt stark angetrieben wurde. Dies wurde ihnen durch den Rückgang der Handels-Volatilität zum Verhängnis, was den massiven Verlust erklärt.

Nichtsdestotrotz ist Coinbase für die Zukunft gut aufgestellt und es droht keine Insolvenz. Im Earnings Call betonte Coinbase CEO Brian Armstrong „Es sieht beängstigend aus, aber es ist nie so schlimm, wie es zunächst scheint“, außerdem ergänze er „Wir hätten in den letzten Jahren wahrscheinlich langsamer wachsen können“.


Fazit:
Coinbase ist und bleibt eines der größten und bedeutendsten Unternehmen im Krypto-Markt. Das Unternehmen hat schon oft bewiesen, dass es durch den Krypton-Bärenmarkt, ohne größere Verluste, steuern kann. Auch Kooperationen mit anderen namhaften Unternehmen steigern die Bedeutung von Coinbase in der etablierten Wirtschaftswelt. Coinbase kann durchaus ein starkes Bindeglied zwischen Krypto-Welt und der bestehenden Industrie werden.

BlackRock steigt in Bitcoin ein

BlackRock ist eine international tätige US-amerikanische Investmentgesellschaft mit Sitz in New York City. Und verwaltet ein Investmentvermögen von über 10 Milliarden USD. Somit ist BlackRock der weltweit größte Vermögensverwalter.

BlackRock wird zukünftig über den Service „Coinbase Prime“ seinen institutionellen Kunden den Handel und die Verwahrung von Bitcoin anbieten. Dabei wird die End-to-End Investment-plattform „Aladdin“ als Handelsplatform genutzt. Joseph Chalom, der globale Leiter für strategische Systempartnerschaften bei BlackRock, erklärte, dass die steigende Nachfrage der primäre Grund für die Kooperation sei:

„Unsere institutionellen Kunden sind zunehmend daran interessiert, sich auf den Märkten für digitale Vermögenswerte zu engagieren und konzentrieren sich darauf, wie sie diese neuen Vermögenswerte effizient verwalten können. Die Konnektivität mit Aladdin wird es Kunden ermöglichen, ihre Bitcoin-Engagements direkt in ihren bestehenden Portfoliomanagement- und Handelsabläufen zu verwalten, um einen Gesamtüberblick des Risikos über alle Anlageklassen hinweg zu erhalten.“ -Joseph Chalom
Fazit:
Für Bitcoin ist dies ein weiterer wichtiger Schritt in der breiten Adaptionen. Immer mehr Investmentgesellschaften, Banken und Industrielle interessieren sich für Bitcoin und Kryptowährungen. Wobei hier der Fokus auf Bitcoin liegen wird. Und würde die größte Investmentgesellschaft ihren Kunden den Handel mit Bitcoin ermöglichen, wenn BlackRock selbst denkt, dass Bitcoin nur ein Spekulationsobjekt ist? Eher nicht... Weltweit interessieren und beschäftigen sich immer mehr Menschen mit dem Thema Bitcoin und dessen Nutzen bzw. der verschiedenen Vorteile.

Launch Ethereum 2.0

Ethereum ist die zweitgrößte Kryptowährung hinter Bitcoin und der größte Altcoin. Der Konsensmechanismus von Ethereum basiert seit Beginn der Kryptowährung auf den sogenannten Proof of Work Mechanismus. Mit den Launch auf Ethereum 2.0 soll dieser Konsensmechanismus auf Proof of Stake umgestellt werden. Ethereum hat nun alle Vorbereitungen und Tests abgeschlossen, sodass der Wechsel im September stattfinden kann. Dies ist mit Abstand das größte und gravierendste Softwareupdate, das wir in der Krypto-Welt bisher gesehen haben.

Dabei verbessert sich die Ökobilanz von Ethereum extrem, da nun ca. 99,98% der Rechenleistung eingespart werden. Primär soll allerdings die hohen Transaktionskosten entgegen gewirkt werden. Mit geringen 15 Transaktionen pro Sekunden anstehen sehr hohe Transaktionskosten für die Anwender. Durch mehrere Second-Layer Lösungen, werden die Mehrzahl der Transaktion aus dem Hauptnetzwerk ausgegliedert. Sodass das Hauptnetzwerk entlastet wird und Transaktionen sowie Kosten sinken sollen.


Fazit:
Der Wechsel auf Proof of Stake sollte sich Mittelfristig positiv für Ethereum auswirken, dadurch werden viele Probleme gelöst. Langfristig sorgt dieser Konsensmechanismus allerdings für eine Zentralisierung der Coins, was für eine angebliche dezentrale Blockchain keine nachhaltige Lösung darstellt. Betrachtet man Ethereum allerdings als zentrales FinTech Unternehmen, macht der Wechsel auf Proof of Stake durchaus großen Sinn. Abschließend lässt sich sagen, Bitcoin ist und bleibt die einzige dezentrale Kryptowährung.

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